AURA

Repository-Standard

Jedes relevante Projekt enthält eine normalisierte Aura-Dokumentation unter docs/aura. Sie ist versioniert, reviewbar und die Quelle für Portal, PR-Checks und KI-Kontext.

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Repository-Standard

1. Repository als Source of Truth

Jedes relevante Projekt oder Repository enthält eine normalisierte technische Dokumentation unter docs/aura/. Diese Dokumentation ist nicht Beiwerk, sondern Teil des Produkts: versioniert, reviewbar und gemeinsam mit dem Code änderbar.

Sie beantwortet mindestens:

  • Was ist dieses System?
  • Wie ist es technisch gebaut?
  • Mit welchen Systemen spricht es?
  • Welche fachlichen Komponenten und Begriffe sind wichtig?
  • Welche Cross-Cutting Concerns gibt es?
  • Wie wird es betrieben?
  • Wie arbeitet ein Team daran?
  • Welche Entscheidungen, Unsicherheiten und offenen Lücken sind dokumentiert?

Die zentrale AURA-Webseite ist daraus nur das Read Model. Die primäre Wahrheit bleibt im Repository.


2. Verbindliche Aura-Struktur

Die Dokumentation liegt in sieben nummerierten Bereichen. Die Nummern sind verbindlich, weil sie die Lesereihenfolge für Menschen und Agenten kodieren.

docs/aura/
├── README.md
├── 01-overview/
│   ├── system-description.md
│   ├── system-classification.md
│   ├── glossary.md
│   └── conventions.md
├── 02-architecture/
│   ├── overview.md
│   ├── components.md
│   ├── data-model.md
│   ├── data-model/
│   └── decisions/
├── 03-integrations/
├── 04-product/
├── 05-technical/
├── 06-operations/
└── 07-development/

docs/aura/README.md ist die Navigationskarte. Die Detailinformationen leben genau einmal an ihrem kanonischen Ort und werden von anderen Dokumenten verlinkt.


3. Pflichtbereiche

BereichZweckPflicht
README.mdEinstieg und Navigationskarteimmer
01-overview/Systemzweck, Klassifikation, Glossar, Konventionenimmer
02-architecture/technische Architektur, Komponenten, Datenmodell, ADRsimmer
03-integrations/Upstream, Downstream, Infrastrukturfalls externe Abhängigkeiten existieren
04-product/fachliche Komponenten, Entities, Workflowsfür domänengetragene Systeme
05-technical/Cross-Cutting Concerns wie Auth, Logging, Cachingimmer
06-operations/Deployment, Environments, Observability, Runbooksfür betriebene Systeme
07-development/Setup, Workflows, Testing, Quality Gatesimmer

Damit ist der frühere lose Mix aus docs/architecture/, docs/adr/, docs/quality/ und docs/glossary/ abgelöst. Diese Inhalte bleiben wichtig, bekommen aber feste Orte innerhalb von docs/aura/.


4. Research-First statt leeres Interview

Der Aura-Skill legt Dokumentation nicht durch ein kaltes Frageninterview an. Er folgt einem Research-First-Prozess:

Discover
  -> vorhandene Doku, Stack, Repo-Typ und Abhängigkeiten erkennen

Parallel Research
  -> Architektur, Datenmodell, Integrationen, Technik, Betrieb und Entwicklung untersuchen

Synthesis
  -> Konflikte, Lücken und TODOs konsolidieren

Targeted Interview
  -> nur noch die Fragen stellen, die Code und Konfiguration nicht beantworten können

Refinement
  -> bestätigte Antworten einarbeiten, Product-Doku und Glossar vervollständigen

Das Ziel ist eine hohe Vorbefüllung: Technik wird aus Code und Konfiguration abgeleitet, Domänenwissen wird bewusst beim Menschen bestätigt.


5. Konfidenz und Lücken

Jede nicht-triviale Aussage braucht eine nachvollziehbare Herkunft. Der Skill unterscheidet:

<!-- confidence: high — direkt aus Migration oder Konfiguration abgeleitet -->
<!-- confidence: inferred — aus Struktur oder Naming plausibel, aber nicht bestätigt -->
<!-- AURA-TODO: Welche Retry-Strategie gilt bei 5xx vom Downstream? -->

Diese Marker sind kein Makel, sondern ein Sicherheitsmechanismus. AURA darf technische Wahrheit aus Code ableiten, aber fachliche Bedeutung, Geschäftsregeln und Entscheidungsgründe nicht erfinden.


6. Ownership

Jede Dokumentation braucht klare Ownership. AURA sollte pro Service mindestens wissen:

owner: team-payments
reviewers:
  - team-payments
  - architecture-board
  - platform-team
criticality: high
lifecycle: production

Ownership ist wichtig für:

  • Benachrichtigungen
  • Reviews
  • Eskalationen
  • Veraltete Dokumentation
  • Architekturentscheidungen
  • Verantwortlichkeit bei kritischen Services

Ohne Ownership wird AURA schnell zu einem passiven Informationssystem ohne Verbindlichkeit.


7. Jira-Integration als First-Class-Kontext

AURA sollte Jira als First-Class-Kontext behandeln und folgende Verbindungen herstellen:

Jira Epic / Story / Task
  -> Pull Request
  -> Commit
  -> Architekturänderung
  -> ADR
  -> betroffene Services
  -> zentrale Architekturansicht

Dadurch werden Fragen möglich wie:

  • Welche Services sind durch dieses Epic betroffen?
  • Welche Architekturentscheidungen wurden für dieses Feature getroffen?
  • Welche PRs haben die Architektur verändert?
  • Welche Risiken hängen noch an diesem Jira-Ticket?
  • Welche Teams müssen für dieses Feature eingebunden werden?

AURA kann dadurch schon bei der Ticket-Erstellung helfen.


8. Repo-Typen

Die Aura-Struktur ist stabil, aber die Pflichtintensität kann je nach Repository-Typ variieren:

  • Service-Repository — produktiver Service mit APIs/Events, hohe Doku-Pflicht
  • Library-Repository — gemeinsam genutzte Library, leichter Doku-Standard
  • Frontend-Repository — UI-Anwendung, Fokus auf Backend-Abhängigkeiten und APIs
  • Infrastruktur-Repository — IaC, Fokus auf Deployment- und Security-Doku

Die sieben Top-Level-Bereiche bleiben gleich. Welche Unterdateien verpflichtend sind, hängt von Laufzeit, Domäne, Integrationen und Kritikalität ab.


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